Qualität in der privaten Sicherheitsdienstleistung
Warum wir den Status quo kritisch hinterfragen – und bewusst anders handeln
Die private Sicherheitsdienstleistungsbranche in der Schweiz weist erhebliche Qualitätsunterschiede auf. Rund 900 Unternehmen bieten Sicherheitsdienstleistungen an – unter sehr unterschiedlichen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Markt ist stark preisgetrieben. Qualität ist dabei nicht zwingend ein Wettbewerbsfaktor.
Einzelne Anbieter offerieren Stundensätze von rund 32 Franken pro eingesetzter Arbeitskraft. Solche Preise lassen sich realistisch nur halten, wenn an Ausbildung, Löhnen, Einsatzvorbereitung und Personalbindung gespart wird. Nachhaltige Qualität, qualifiziertes Personal und professionelle Einsatzkonzepte sind unter diesen Bedingungen kaum finanzierbar.
Die Folgen sind branchenweit sichtbar: hohe Personalfluktuation, tiefe Löhne und der Einsatz unzureichend ausgebildeter Mitarbeitender. Uniformierte Präsenz ersetzt zunehmend fachliche Kompetenz.
Mindestlöhne – rechtlich zulässig, fachlich ungenügend
Der allgemeinverbindlich erklärte Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für private Sicherheitsdienstleistungen sieht für die Lohnklasse C (Stundenlöhner) im Kanton Graubünden derzeit einen Mindestlohn von 23.65 CHF pro Stunde vor. Dieser Mindestlohn gilt jedoch ausschliesslich für Betriebe mit mindestens zehn Mitarbeitenden, die dem GAV unterstehen.
Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden sind nicht verpflichtet, diese Lohnuntergrenze einzuhalten. In der Praxis entstehen dadurch legale Strukturen, welche den Preiswettbewerb weiter verschärfen – zulasten der Mitarbeitenden und letztlich der Qualität der Sicherheitsdienstleistung.
Aus unserer Sicht steht dieses Lohnniveau in keinem angemessenen Verhältnis zur Verantwortung, welche Sicherheitsmitarbeitende im täglichen Einsatz tragen.
Fachausweis – hohe Anforderungen, geringe Anerkennung
Für qualifizierte Sicherheitsfachkräfte existieren eidgenössische Fachausweise in den Bereichen Bewachung, Anlässe, Zentralendienste und Personenschutz. Diese Abschlüsse setzen fundierte Fachkenntnisse, Berufserfahrung sowie anspruchsvolle Berufsprüfungen voraus. Die Durchfallquote liegt branchenweit bei rund 30 Prozent.
Trotzdem sieht der GAV für einen abgeschlossenen Fachausweis lediglich einen Lohnzuschlag von 1.20 CHF pro Stunde vor. Dieser geringe finanzielle Anreiz steht in keinem Verhältnis zum Ausbildungsaufwand und zur übernommenen Verantwortung. Entsprechend gering ist die Motivation vieler Mitarbeitender, sich vertieft zu spezialisieren – mit direkten Auswirkungen auf die Qualität in der Branche.
Fehlende gesetzliche Mindeststandards
Die rechtlichen Anforderungen an private Sicherheitsdienstleistungen sind in der Schweiz kantonal geregelt. In mehreren Kantonen bestehen keine verbindlichen Mindestanforderungen an Ausbildung, Leumund oder Grundkurse für allgemeine Sicherheitsdienste.
In Kombination mit dem Binnenmarktgesetz, das kantonsübergreifende Tätigkeiten ermöglicht, entstehen faktisch Umgehungsmöglichkeiten für strengere kantonale Vorgaben. Kontrollen erfolgen vielfach erst reaktiv – nach Beschwerden oder Auffälligkeiten.
Aus unserer Sicht handelt es sich dabei um ein strukturelles Qualitäts- und Sicherheitsdefizit.
Unsere Haltung: Qualität ist kein Kostenfaktor, sondern eine Voraussetzung
Grischa Security Service positioniert sich bewusst gegen diesen Trend. Wir orientieren uns nicht am minimal rechtlich Zulässigen, sondern an professionellen, fachlichen und ethischen Standards.
Wir lehnen Dumpingpreise und unrealistische Stundensätze ab, weil sie unweigerlich zu Qualitätseinbussen führen.
Ausbildung, Disziplinen und Einsatzpraxis bei GSS
Unsere Mitarbeitenden werden gezielt ausgebildet, geprüft und entsprechend ihres Wissensstands eingesetzt und entlöhnt. Die Grundausbildung umfasst die Bereiche, Sozialkompetenz, Rechtskunde, Fach und Branchenkunde sowie erste Hilfe. Darüber hinaus werden folgende praktische Disziplinen vermittelt:
• Starre Handschliessen
• Reizstoffsprühgerät 2000
• Pfeffersprayschlüsselanhänger
• Teleskopabwehrstock
• Mehrzweckstock
• Verkehrsdienst
• Medienfreundliche Transport- und Abführtechniken
Der Einsatz von Zwangsmitteln und Einsatztechniken erfolgt ausschliesslich nach klaren Einsatzkonzepten, rechtlichen Grundlagen und internen Richtlinien. Qualifikation bestimmt bei uns Einsatzart, Verantwortung und Vergütung.
Transparenz statt Versprechen
Kritik an der Branche ist nur dann glaubwürdig, wenn sie überprüfbar ist.
Deshalb geht Grischa Security Service bewusst einen Schritt weiter.
Wir machen Qualifikation öffentlich sichtbar.
Auf unserer Webseite stellen wir sämtliche relevanten Aus- und Weiterbildungsnachweise sowie Zertifikate unserer Mitarbeitenden transparent als PDF-Dokumente zur Verfügung. Auftraggeber, Behörden und Partner können sich dadurch jederzeit selbst ein Bild über den tatsächlichen Ausbildungsstand des eingesetzten Personals machen.
Diese Form der Offenlegung ist in der Branche unüblich – für uns jedoch konsequent.
Unser Anspruch – messbar und nachvollziehbar
Grischa Security Service kritisiert bestehende Rahmenbedingungen nicht aus Distanz, sondern übernimmt Verantwortung im eigenen Wirkungsbereich.
Wir stehen für:
• überprüfbare Qualifikation
• transparente Einsatz- und Ausbildungsstandards
• Entlöhnung nach Kompetenz und Verantwortung
• Sicherheit durch Fachwissen – nicht durch Niedrigpreise
Wir reden nicht über Qualität – wir zeigen sie.
Stand Dezember 2025
Quellen:
Verband Schweizerischer Sicherheitsdienstleistungs- Unternehmen, Gesamtarbeitsvertrag https://vssu.org/gesamtarbeitsvertrag/
Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesratsbeschluss über die Allgemeinverbindlicherklärung des Gesamtarbeitsvertrages für den Bereich der privaten Sicherheitsdienstleistungen https://cdn1.site-media.eu/images/document/13515711/fedlex-data-admin-ch-eli-fga-2025-129-de-pdf-a-1.pdf
Kantonspolizei Graubünden, Informationsschreiben für Sicherheitsdienstleister https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/djsg/kapo/service/reglementeundgesetze/Documents/Informationen%20für%20private%20Sicherheitsdienstleistende.pdf
Kanton Zürich, Betriebsbewilligung für private Sicherheitsunternehmen https://www.zh.ch/de/wirtschaft-arbeit/gewerbe-betriebsbewilligungen/private-sicherheitsunternehmen.html#-87288740
Kanton Schwyz, gescheitertes Konkordat über private Sicherheitsdienstleistungen https://www.sz.ch/public/upload/assets/6009/B_Sicherheitsdienstl_Konkordat.pdf?fp=1
SRF Club, Privat oder der Staat – Wer sorgt für die Sicherheit? https://www.srf.ch/play/tv/club/video/privat-oder-staat---wer-sorgt-fuer-die-sicherheit?urn=urn:srf:video:f2be0378-33f8-478d-ba74-254328ced926
SRF Investigativ, Im Schatten der Sicherheit https://www.srf.ch/news/schweiz/undercover-als-security-ohne-ueberpruefung-angestellt-srf-journalistin-wird-wachfrau
